Und es ist Sommer …. Ein sommerliches Bild: Diese besondere Sonnenblume wird uns durch den Juli begleiten. Auffallend sind die große Brille und der Hut, die eine Blühte zu einem Gesicht werden lassen.
Zu diesem Bild fällt mir Verschiedenes ein; Zuerst einmal ganz klar die Sonnenblume, die inmitten eines Feldes voller Sonnenblumen steht, die aber – durch Menschenhand gestaltet - zu einer besonderen Blume wird. Sonnenblumen haben ja die Eigenschaft sich nach der Sonne auszurichten. Ein Symbol dieser Blüte, das auch für uns als Menschen Impuls und Herausforderung sind. Wir sollen uns immer wieder neu an unserer Sonne ausrichten, an der Sonne, die Jesus Christus heißt. Das ist seine Einladung an uns. Wie sich in den Erzählungen aus den Evangelien Menschen an Jesus wenden und in ihrem Herzen wissen, „er kann mein Leben zum Positiven verändern“, so können auch wir immer wieder Jesus in den Blick nehmen und dürfen erfahren. Durch ihn gewinnt unser Leben, weil er uns mit dem beschenkt, was wir brauchen. Die Sonne soll unser ruhender Pol sein und bleiben. Sie wärmt uns und gibt uns Kraft. Dazu fällt mir ein Zitat aus Afrika ein das da lautet: „Wende Dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich“. Was nichts anderes bedeutet als: „Denke positiv“. Als ein Lied für diese Wirklichkeit fällt mir ein: „Im Schauen auf dein Antlitz, da werden wir verwandelt“ ( Troubadour 765 ). Und wenn wir schon bei Lieder sind: Auch zu der Einmaligkeit der Sonnenblume fällt mir ein Lied ein: „Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu, niemand denkt und handelt so wie du …“ (Troubadour 777). Auch eine frohe Botschaft, die uns täglich begleiten kann und uns jeden Tag neu unsere Einzigartigkeit bewusst werden lassen kann. Jeden Morgen dürfen wir uns beim Blick in den Spiegel sagen: „Ich bin von Gott gewollt, er sagt Ja zu mir, er begleitet mich durch den Tag“. Dieser Gedanke, dass Gott mich mit liebevollen Augen anschaut, zeigt sich für mich sozusagen in dem Bild der Brille und diese Brille wird dann zur folgenden Fragen: Wie schaue ich die Mitmenschen in meiner Umgebung an? Mache ich mir sozusagen den Blick Jesu zu Eigen und sehe einen Menschen, dem ich in Liebe und Zuneigung begegnen kann und nicht einen, den ich übersehe - gering schätzend ansehe, den ich evtl. sogar als Gegner sehe? Wahrscheinlich ist allen der Begriff Wort vertraut „Ich sehe vor lauter Wald die Bäume nicht“. Dieses Bild kann uns helfen, genau hinzuschauen und den konkreten Gegenüber nicht in einer Masse aufgehen zu lassen, sondern ihn als Persönlichkeit zu sehen. Gerade auch jetzt in diesem Sommermonat, in dem wir vielleicht mehr als sonst auch außer Haus sind, möchte ich einladen, nicht nur den Nächsten in der Familie zu sehen, sondern den konkreten Menschen der mir begegnet. Es könnte eine spannende Angelegenheit sein an einem Abend sich einmal in der Familie zusammen zusetzen und zu erzählen, welchem Menschen ich heute begegnet bin, was mir an ihm aufgefallen ist, was mich vielleicht auch gereizt hat, wo er mir helfen konnte, welches gute Wort ich sagen konnte … All diese Gedanken dürfen wir ins Gebet nehmen, wir können dazu die oben angesprochenen Lieder singen, wir können aus dem Gotteslob das Gebet der Vereinten Nationen beten: „31-1 Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns Mut und Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst stolz den Namen Mensch tragen. Da war doch noch was – genau der Hut auf der Sonnenblume – nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern für mich auch noch eine Zusage Gottes: Er be-hütet uns, wie es in einem Psalm heißt: „Der Herr ist dein Hüter, der Herr gibt dir Schatten, er steht dir zur Seite.“ In der Hoffnung, dass eine Jede – ein Jeder dies so erfährt, wünsche ich einen von der Sonne durchstrahlten Juli und wenn nicht von oben die Sonne scheint, dann doch im Herzen. Domvikar Stephan Hartmann, Diözesanfamilienseelsorger und Geistlicher Beirat des Familienbundes der Katholiken im Bistum Würzburg
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