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„Von guten Mächten wunderbar geborgen“

Spontane Gedanken zu diesem Bild, mit dem ich in das neue Jahr 2011 starten möchte.

* Da bleibt so manches noch sehr verschwommen,
* und das, was klar erkennbar ist, ist nicht gradlinig,
* Schnee-Eis ist zu sehen, aber wie lange noch, wenn es taut, dann schmilzt diese Krone …

Schneehaselnuss

Gedanken, die aber nachdenklich machen können. Ist nicht gerade bei einem Start ins neue Jahr noch sehr Vieles, das da auf mich/ auf uns zukommen wird, alles andere als klar zu erkennen? Aus Erfahrung wissen wir, dass manches immer anders kommt als wir es uns vorstellen und eine Jede und ein Jeder kann ein Lied von Veränderungen singen - weil sich eben das „Klima“ ändert.

Damit meine ich nicht die großen Klimaveränderungen, sondern so die ganz kleinen, das Klima in der Familie, im Betrieb, in der Schule, in der Pfarreiengemeinschaft … manches wird hoffentlich besser, weil Wärme ins Spiel kommt und oft auch zwischenmenschliches Eis taut. Andererseits gibt es vielleicht „Verhärtungen“, die am Wachsen hindern, wenn zwei Menschen nicht mehr „gut miteinander können“. Und dann auch das Wissen, dass nicht alles gradlinig verläuft, das dies aber auch nicht so schlimm ist, weil auch so manche Krümmung ihren ganz besonderen Reiz hat. Spontane Gedanken, die zum weiter denken anregen, die auch zum Nachdenken in der Familie geeignet sind, gerade auch jetzt nach Weihnachten, wo Familie im Mittelpunkt stand.

Für mich ist dieses Bild eines, das Jede und Jeder für sich betrachten kann. Ich persönlich frage mich bei diesem Bild: Was, im Schauen auf dieses neue Jahr, bleibt für mich noch völlig un-klar? Was beunruhigt mich daran? Was nehme ich auch gerne als Herausforderung an? An welchen Stellen meines Lebens benötige ich auch noch einen Schutzschirm aus Schnee, damit etwas wachsen kann? Wo verspüre ich noch eine Kälte, die Wachstum behindert?

In der Rückschau auf das alte Jahr kann das Bild die Frage aufwerfen, wo musste ich eine Schleife gehen, war aber dann doch froh darüber, dass es so gekommen ist? Wo musste ich einfach akzeptieren, dass es nicht gradlinig war?

Noch ganz andere Fragen und Gedanken können und dürfen kommen. All dieses dürfen wir auch wieder gemeinsam dem anvertrauen, der uns dieses neue Jahr schenkt und uns in diesem neuen Jahr begleitet. Für mich immer noch eine der schönsten Möglichkeiten, wie wir dies tun können, ist das Lied von Dietrich Bonhoeffer „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, in unseren Gotteslob bei der Nummer 940 und dazu den Psalm 139 ( GL: 755), in dem wir ins Gebet nehmen, dass Gott immer ein liebevolles Auge auf uns hat. Dieses Bewusstsein ermöglicht uns, zu wachsen ….

Dass wir dies erfahren am Beginn dieses neuen Jahres und durch das Jahr hindurch, wünsche ich uns allen.

Domvikar Stephan Hartmann, Diözesanfamilienseelsorger
und Geistlicher Beirat des Familienbundes der Katholiken im Bistum Würzburg