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Lutz Freiherr von Thüngen

Partei: FDP

1 a) Welche (landes-)politischen Maßnahmen möchten Sie fortführen, welche initiieren, um Familien diese zentralen Ressourcen zur Verfügung zu stellen?
Meine Meinung: Was nützt es unseren Kindern und den Eltern, wenn diejenigen, die für die Bildungspolitik verantwortlich sind, ihre Maßnahmen also z. B. G8, nach der Einführung in Talk-Shows besprechen. Wie schon das Wort sagt, es handelt sich dabei eben um eine Show! Vorher muss man das Gespräch mit den Betroffenen suchen. Und dann danach handeln.
Verkehrt ist es, immer weniger Lehrer anzustellen, weil es weniger Kinder werden. Auch für wenige Schüler müssen genug qualifizierte Lehrer und Schulen da sein.

Bildung darf nicht nach ausschließlich wirtschaftlichen Gesichtspunkten geplant werden. Überhaupt, müssen denn alle Fächer bis in die kompliziertesten Details auf den Schulen gelehrt werden? Die Glasperlenspiele von Wirtschaftswissenschaft, Mathematik, Chemie etc.
lernt der, ders will, an der Uni oder auf Fachschulen; die normale Schule sollte den Schwerpunkt auf Grundkenntnisse aller Gebiete, vor allem aber auf Sprachen legen. Und Sport sollte körperlicher Sport bleiben, nicht zur Benotung von theoretischen Kenntnissen missbraucht werden.

Wie wäre es, wenn man z. B. dafür sorgte, dass in den grenznahen Kreisen zur Tschechischen Republik in den Schulen die Sprache unseres Nachbarn, also Tschechisch - gelehrt wird. Und auch speziell tschechische Geschichte.
Was nützt es, nach Völkerverständigung zu rufen, wenn man Thüringer, Österreicher, Schweizer, Schwaben und Hessen zur Not versteht, die Tschechen aber eben nicht.

Im Zusammenhang mit Sprachen, eine Überlegung nebenbei - ich finde, wir sollten den Cent deutsch aussprechen, nicht amerikanisch, also Cent statt ßent, es heißt ja schließlich auch nicht ABße, sondern ABC. Und zu unserer Währungsgemeinschaft gehört weder England noch gar die USA.

Die Bayerische FDP fordert in Sachen Bildung des weiteren den Ausbau von Ganztagsschulen, Sonderzüge für Hochbegabte auf den Gymnasien, die individuelle Förderung leistungsschwacher und leistungsstarker Schüler auf den übrigen Schulen, die freie Wahl der Schulen unabhängig vom Wohnort, und dass dort wo es möglich ist eine Schulkonferenz die Lehrer als Angestellte der Schule bestimmt.

Kurz wir Liberalen wollen eine beträchtliche Erhöhung der Bildungsmittel im nächsten Haushalt.

Für unsere bayerischen Universitäten fordert die FDP Autonomie in Bezug auf Organisation, auf Lehr- und Forschungsinhalte, auf Finanzen und in Bezug auf das Personal, also die Auswahl von Professoren und Studenten.

1 b) Das richtige Verhältnis von innerfamiliärer Erziehung und außerfamiliärer Unterstützung oder Intervention ist nicht immer leicht zu finden. Was gehört Ihrer Ansicht nach verlässlich in die Familie, wo ist Unterstützung von außen angebracht oder notwendig?
Meine Meinung: Grundsätzlich soll gelten, der Staat hat sich aus den Familien herauszuhalten. Ich möchte, dass Familien insbesondere folgendes frei wählen können: den Ort von Kindergarten und Schule, und ob sie ihre Kinder zu Hause oder in einer Schule unterrichten lassen wollen.

Ich möchte andererseits, dass innerfamiliäre Gewalt streng verfolgt wird;
dafür genügen die bestehenden Gesetze, sie müssen nur konsequent angewandt werden.

Ich fordere, dass Kinderkrippen und Ganztagsschulen so eingerichtet werden, dass vor allem auch Alleinerziehenden auf dem Lande ihre Kinder nicht zur Last werden, sondern die große Freude bleiben können, die sie ja meist tatsächlich sind.

Insbesondere fordere ich auch eine viel stärkere finanzielle Förderung von Familien mit Kindern, etwa auf dem Wege über erheblich höheres Kindergeld, wesentliche Steuererleichterungen, kostenlose Kindergärten, kein Büchergeld usw. Schließlich beklagen viele, dass immer weniger Kinder geboren würden, wirklich getan wird aber nichts oder zu wenig.

Die finanzielle Belastung eines Haushalts mit Kindern ist nun mal gewaltig höher als die eines ohne Kinder. Paare, die Kinder nicht wollen oder keine haben können sind dadurch nicht ungleich behandelt, da es sich ja gerade nicht um einen gleichen Tatbestand handelt.