Dr. Otto Hünnerkopf (Stimmkreis Kitzingen)Partei: CSU1a) Welche (landes-)politischen Maßnahmen möchten Sie fortführen, welche initiieren, um Familien die zentralen Ressourcen Infrastruktur, Geld und Zeit zur Verfügung zu stellen?1b) Das richtige Verhältnis von innerfamiliärer Erziehung und außerfamiliärer Unterstützung oder Intervention ist nicht immer leicht zu finden. Was gehört Ihrer Ansicht nach verlässlich in die Familie, wo ist Unterstützung von außen angebracht oder notwendig?Für mich persönlich und für die CSU hat Familienpolitik eine zentrale Bedeutung. Familien sind die Keimzellen unserer Gesellschaft und damit unseres Staates. Sie zu unterstützen hat oberste Priorität. Kindererziehung soll meines Erachtens in erster Linie in der Familie stattfinden. Nach Auffassung der CSU ist es nicht nur natürliches Recht, sondern auch Pflicht der Eltern, ihre Kinder zu erziehen. In Verbindung mit der Berufstätigkeit von Frauen muss jedoch Kinderbetreuung und -erziehung für Kinder aller Altersstufen auch außerhalb der Familie ergänzend gewährleistet werden. Dafür sind mit Unterstützung des Freistaates Bayern bereits zahlreiche Betreuungsplätze geschaffen worden. Erzieherinnen und Erzieher erhalten beste Ausbildung, um diese Aufgabe wahrzunehmen. Manche Eltern brauchen verstärkt Unterstützung bei der Erziehung ihrer Kinder. Das kann beispielsweise über Elternarbeit im Kindergarten, aber auch auf dem Wege bürgerschaftlichen Engagements erfolgen. Weiter ist darauf hinzuweisen: Die CSU setzt sich dafür ein, dass das Kindergeld erhöht wird. Die CSU hält am Landeserziehungsgeld fest, das künftig ca. 63 % aller Eltern erhalten werden. 2a) Was verstehen Sie unter dem Begriff „Wahlfreiheit für Eltern“? 2b) Welche (landes-)politischen Maßnahmen, die sich nicht auf Umverteilungen im Familienetat beschränken, halten Sie für realistisch und geeignet, diese Wahlfreiheit zu stärken?Bei aller Pflicht zur Erziehung der Kinder muss Eltern eine Wahlfreiheit gegeben werden, ihre Kinder zumindest zeitweise in gute fachliche Betreuung geben zu können, um aus den verschiedensten Gründen einer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können. Die hierfür erforderlichen Betreuungsplätze müssen bereitgestellt werden. Auch die Entscheidung für eine Tagesmutter muss nicht nur möglich sein, sondern auch finanziell unterstützt werden. Den Eltern muss die Möglichkeit eingeräumt werden, hierüber selbst zu entscheiden. In diesem Zusammenhang geht es auch darum, die Arbeitgeber zu gewinnen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen, z. B. durch flexible Arbeitszeiten, durch Telearbeitsplätze, durch Zeitkonten usw. 3a) Welche Maßnahmen der Bildungspolitik befürworten Sie, um den „Bildungsdruck“ unter dem Eltern nach Aussage der Studie „Eltern unter Druck“ der Konrad-Adenauer-Stiftung stehen, zu mindern?3b) Wie stehen Sie zu den Studiengebühren? Müssen sich Eltern darauf einstellen, künftig noch stärker an der Finanzierung des Bildungssystems beteiligt zu werden?Für mich ist es eine Herausforderung, den Eltern bewusst zu machen, welche Vielfalt der Schulbildung es bei uns in Bayern gibt und dass sich keinesfalls das Schicksal bzw. die berufliche Entwicklung von Kindern bereits in der vierten Jahrgangsstufe entscheidet. An jeden schulischen Abschluss gibt es für den Schüler/die Schülerin einen passenden Anschluss. Wenn ca. 43 % der Fachhochschul- und Hochschulstudenten nicht über das Gymnasium kommen, sondern über die Hauptschule, über Berufsoberschule udgl., dann zeugt dies von einer hohen Flexibilität. Wenn Eltern sich dieser Tatsache bewusst sind, können sie gelassener die schulische Entwicklung ihrer Kinder begleiten. Studienbeiträge ermöglichen weitere sinnvolle Angebote im Rahmen des Studiums, d.h. die Studenten erhalten für die entrichtete Gebühr eine Gegenleistung. Studienbeiträge sind wissenschaftspolitisch verantwortbar und sozialpolitisch vertretbar, denn auch Handwerker tragen schon immer die Kosten der Ausbildung zum Meister.
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