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  Familienbund der Katholiken (FDK)  > Familie und Politik  > Fragen zur Landtagswahl
 

Thomas Mütze (Stimmkreis Aschaffeburg-West)

Partei: Bündnis 90/Die Grünen

 

1 a) Welche (landes-)politischen Maßnahmen möchten Sie fortführen, welche initiieren, um Familien diese zentralen Ressourcen zur Verfügung zu stellen?

Ausbau der Bildungseinrichtungen zu einem flächendeckenden Ganztagsangebot: dies gilt für Kindertagesstätten (Kinderkrippen, Kindergärten, etc. ...) wie alle Schulen (Grundschule bis Gymnasium). Dabei sollen die Rahmenbedingungen verbessert werden: Kleinere Gruppe und kleinere Klassen und es darf mittelfristig keinerlei finanzielle Hürden beim Zugang (Gebühren) bzw. bei der Teilhabe in den Einrichtungen (Mittagessen, Ausflüge, Bastelgeld,...) mehr geben. Deutlicher Ausbau der Sprachförderung. Die Bildungseinrichtungen müssen mit Jugendämtern, Jugendhilfe, Familienhilfe etc. und untereinander vernetzt werden. Ausbau der Sozialarbeit in den Bildungseinrichtungen.


1 b) Das richtige Verhältnis von innerfamiliärer Erziehung und außerfamiliärer Unterstützung oder Intervention ist nicht immer leicht zu finden. Was gehört Ihrer Ansicht nach verlässlich in die Familie, wo ist Unterstützung von außen angebracht oder notwendig?

Die Familie ist der Kern im Leben. Entscheidungen über Art, Umfang und Ausrichtung (pädagogische Konzepte etc.) der Bildung und Betreuung sind weitgehenst Sache der Familie. Grenze der Entscheidungsfreiheit ist das Wohl des Kindes. Neben einem flächendeckenden ganztägigen Angebot an Bildungseinrichtungen, gehört ein niederschwelliges, umfassendes und aufsuchendes Beratungsangebot zur Unterstützung von außen.

 

 
2 a) Was verstehen Sie unter dem Begriff „Wahlfreiheit für Eltern“?

Die Eltern können sich den zeitlichen Umfang der Betreuung für ihre Kinder möglichst selbst bestimmen. Sie können die pädagogische und/oder religiöse Richtung der Einrichtung frei aussuchen (soweit vorhanden z. B. evangelisch, katholisch, Montessori, Waldorf, etc.). Die Wahlfreiheit setze ein entsprechendes Angebot voraus.

 

2 b) Welche (landes-)politischen Maßnahmen, die sich nicht auf Umverteilungen im Familienetat beschränken, halten Sie für realistisch und geeignet, diese Wahlfreiheit zu stärken?

Reform des BayKiBiG insbesondere der Gastkinderregelung, bundespolitisch bessere gesetzliche Definition des Begriffes Wahlfreiheit, Stärkung der Elternrechte bei der Mitwirkung in den Einrichtungen, mehr Geld in die Bildung, schneller Ausbau der Kinderkrippen, flächendeckend ganztägige Angebote.

 


3 a) Welche Maßnahmen der Bildungspolitik befürworten Sie, um den „Bildungsdruck“ unter dem Eltern nach Aussage der Studie „Eltern unter Druck“ der Konrad-Adenauer-Stiftung stehen, zu mindern?

Unser Schulkonzept sieht eine "Schule für alle" vor. Eine gemeinsame neunjährige Schulzeit ist für uns unabdingbar, um den wachsenden Auslesedruck zu verringern. Darauf soll die Möglichkeit des mittleren Bildungsabschlusses und des Abiturs aufbauen. Um allen Schülerinnen und Schülern gleiche Bildungschancen zu gewähren und nicht auf Nachhilfe und den elterlichen Geldbeutel angewiesen zu sein (Art. 132 BV), fordern wir die Errichtung flächendeckender, gebundener Gesamtschulklassen - bzw. Gesamtschulen für alle Schularten als Angebotsschulen.

 

3 b) Wie stehen Sie zu den Studiengebühren? Müssen sich Eltern darauf einstellen, künftig noch stärker an der Finanzierung des Bildungssystems beteiligt zu werden?

Studiengebühren lehnen wir ab. Nach einem Wahlsieg mit einer Mehrheit jenseits der CSU wird die Abschaffung der Studiengebühren in Bayern eine der ersten Maßnahmen sein! Bildung muss vom Staat finanziert werden, jeder Bewohner Bayerns hat schließlich einen Anspruch darauf eine seiner Befähigung entsprechende Ausbildung zu erhalten. Art. 128 BV