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  Familienbund der Katholiken (FDK)  > Familie und Politik  > Fragen zur Landtagswahl
 

Wolfgang Ziller (Stimmkreis Schweinfurt)

Partei: Die Linken

 

1 a) Welche (landes-)politischen Maßnahmen möchten Sie fortführen, welche initiieren, um Familien diese zentralen Ressourcen zur Verfügung zu stellen?
Grundsatz muß sein: Bildung ist ein Menschenrecht ! Jede und jeder hat Anspruch auf gute Bildung, um die Persönlichkeit voll zu entwickeln und beste Chancen für die berufliche und persönliche Verwirklichung zu haben.

Bildungspolitik ist darum auch Sozialpolitik. Sie muss allen Menschen den Zugang zu Bildung garantieren und deren Erwerb ermöglichen.

Im derzeitigen bayerischen Bildungssystem werden bestehende gesellschaftliche
Ungleichheiten durch mangelnde individuelle Förderung, frühzeitige Auslese und soziale
Ausgrenzung nicht abgebaut, sondern verstärkt. Das muss sich, das wollen wir ändern.

Die Schaffung notwendiger personeller und materieller Voraussetzungen durch Bund,
Länder und Kommunen, damit das Recht auf Bildung und Ausbildung von allen
wahrgenommen werden kann.

1 b) Das richtige Verhältnis von innerfamiliärer Erziehung und außerfamiliärer Unterstützung oder Intervention ist nicht immer leicht zu finden. Was gehört Ihrer Ansicht nach verlässlich in die Familie, wo ist Unterstützung von außen angebracht oder notwendig?
Im Kern muß die gemeinschaftliche Erziehung im Familienverbund Eltern – Kind gestärkt werden. Im Mittelpunkt sollte stets das Wohl des Kindes stehen. Um dem gerecht werden zu können, müssen die Rahmenbedingungen für Eltern in Familien, für Alleinerziehende u. a. Lebensgemeinschaften ständig verbessert werden, müssen Hilfsangebote gemacht werden wo sie benötigt werden.

2 a) Was verstehen Sie unter dem Begriff „Wahlfreiheit für Eltern“?
Die Eltern als Verantwortliche für die Erziehung der Kinder, entscheiden im über die Nutzung der Bildungsangebote. Um so wichtiger ist es, dass bezüglich der Bildungsangebote nicht finanzielle Verhältnisse Wahlfreiheiten einschränken. Bildung muß kostenlos werden, damit gleiche Chancen und Wahlfreiheiten für Alle besser hergestellt werden können.


2 b) Welche (landes-)politischen Maßnahmen, die sich nicht auf Umverteilungen im Familienetat beschränken, halten Sie für realistisch und geeignet, diese Wahlfreiheit zu stärken?
- Die Erweiterung von Ganztagsangeboten mit mehr Lehrkräften und die Rücknahme der
  Personalkürzungen.
- Die Rücknahme von Arbeitszeitverlängerungen.
- Eine deutliche Reduzierung der Klassen- und Kursstärken.
- Die Anrechnung mindestens einer Stunde im Wochenstundendeputat für Lehrkräfte
  mit Klassenleitungstätigkeit, Elternsprechstunden und Schülersprechstunden; der
  Umfang ist längerfristig auf drei Stunden auszubauen.
- Die Reduzierung des Frontalunterrichts zugunsten beteiligungsorientierter und
  solidarischer Unterrichtsmethoden bei Stärkung der pädagogischen Freiheit der Lehrkräfte.
- Die Förderung der Fähigkeit zu kritischem Denken als Grundvoraussetzung für eine
  funktionierende Demokratie.
- Mitbestimmungsrechte für verfasste Vertretungen von Schülerinnen und Schülern bei
  der Schulverwaltung und Lehrplanerstellung. Mehr Demokratie an die Schulen!
- Vollständige Lehr- und Lernmittelfreiheit sowie die ausreichende Ausstattung der
  Schulen mit zeitgemäßen Lehr- und Lernmitteln.

3 a) Welche Maßnahmen der Bildungspolitik befürworten Sie, um den „Bildungsdruck“ unter dem Eltern nach Aussage der Studie „Eltern unter Druck“ der Konrad-Adenauer-Stiftung stehen, zu mindern?
Wir sind gegen eine frühzeitige Auslese der Kinder. Das Projekt Gemeinschaftsschule beschreibt Wege zu einer gemeinsamen Schule für alle Kinder, unabhängig von ihrer sozialen, kulturellen oder
ethnischen Herkunft, unabhängig von Alter und Geschlecht, unabhängig von der
Religionszugehörigkeit und unabhängig von Behinderungen.

Diese Schule ist von einer Lehr- und Lernkultur gekennzeichnet, in der gegenseitige Achtung und Akzeptanz wie auch das Lernen mit- und voneinander selbstverständlich sind. Sie fördert kollektives und regt individuelles Lernen an. Sie vermittelt den Umgang mit Verschiedenheit und interkulturelle
Kompetenz.

Dadurch wird gewährleistet, dass alle Schülerinnen und Schüler einen erfolgreichen Schulabschluss erreichen können. Wir setzen uns für Maßnahmen ein, die das Wiederholen von Jahrgangsstufen unnötig machen. So sind aus Lern- und Sozialproblemen umgehend mit entsprechender Förderung Konsequenzen zu ziehen.

3 b) Wie stehen Sie zu den Studiengebühren? Müssen sich Eltern darauf einstellen, künftig noch stärker an der Finanzierung des Bildungssystems beteiligt zu werden?
Der Zugang zu und die Nutzung von Bildungseinrichtungen muss für Alle gebührenfrei sein. Das heißt natürlich auch keine Studiengebühren. Entsprechende Parlaments-Initiativen sind nach Einzug ins Landesparlament auch von uns zu erwarten.