Gemeinschaftliches Bauen und nachbarschaftliches Wohnen - Ein Modellprojekt des Familienbundes der Katholiken1. Projektgeschichte Bei einem Treffen des Diözesanfamilienrates auf Burg Rothenfels im Herbst 1991 bildeten wohnungspolitische Fragen den Schwerpunkt der Versammlung. Die Wohnungsnot vieler junger und kinderreicher Familien stand im Mittelpunkt der Erörterungen. Die Delegierten beauftragten nach eingehender Diskussion den Diözesanvorstand des FDK, sich dieses drängenden Problems anzunehmen und im Rahmen eines familien- und wohnungspolitischen Modellprojektes neue Wege zu beschreiten. 2. Projektidee In einer Arbeitsgruppe wurden folgende Rahmenbedingungen festgelegt: Zielgruppe sind junge und wachsende Familien, Familien mit mehreren Kindern und Familien mit einem Einkommen. Das Projekt sollte modellhaft Möglichkeiten aufzeigen, kostengünstig, flächensparend und ökologisch zu planen und zu bauen, sowie ein kinder- und familienfreundliches Wohnen ermöglichen. Diese Ziele sollten durch: Bildung einer Hausbaugemeinschaft, Vergabe von Grundstücken im Erbbaurecht, verdichtete Bebauung, einfache und weitgehend standardisierte Baupläne, gemeinsame Ausschreibungen, gemeinsamer Materialeinkauf und Gruppen- und Nachbarschaftshilfe verwirklicht werden.
3. Rolle des Projektträgers Die Rolle des Familienbundes hat sich während des gesamten Projektverlaufes entsprechend der Schwerpunktaufgaben in den unterschiedlichen Projektphasen verändert: Von der Arbeitsgruppe „Familie und Wohnen“, die sich in der Projektvorbereitungsphase mit der Konzeptentwicklung und der Grundstückssuche befasste, über die Rolle des Projektträgers als Motor, der das Projekt vorantreibt und es schrittweise einer Realisierung zuführt, bis hin zur Rolle des Anwalts und Interessenvertreters der Baufamilien, insbesondere in den Bereichen Finanzierung, Vertragsgestaltung, Vertragserfüllung und Baudurchführung.
4. Kirchliche Kooperationen Zur Projektrealisierung bedurfte es der Zusammenarbeit vieler Partner. Im kirchlichen Raum fand der FDK Unterstützung bei folgenden Einrichtungen: Das St. Bruno-Werk, Fränkische Wohnungsgenossenschaft in Würzburg e.G., stellte die benötigten Grundstücke kirchlicher Eigentümer im Erbbaurecht zu günstigen Konditionen zur Verfügung. Mit der technischen Projektleitung beauftragte der FDK e.V. die SBW Bauträger- und Verwaltungs-GmbH Würzburg. Die Familien als Einzelbauherren beauftragten das St. Bruno-Werk mit der Architekturleistung für ihr Bauvorhaben. Zur Finanzierung der Bauvorhaben bot die Liga Spar- und Kreditgenossenschaft eG Regensburg günstige Konditionen an.
5. Projektfamilien Über 60 Familien bewarben sich nach entsprechenden Veröffentlichungen in der Regionalpresse um eine Teilnahme an dem Projekt. Die Auswahl der Bewerberfamilien erfolgte nach Einzelgesprächen mit Vertretern des FDK. Dabei wurde u.a. Alter, Beruf, Einkommen, Kinderzahl, bisherige Wohnverhältnisse, besondere familiäre Belastungen und die Eigenkapitalausstattung bewertet. Die Siedlungsgemeinschaft ist durch eine relativ homogene Haushalts- und Altersstruktur der Familien gekennzeichnet. Die Familien mit Kindern verbindet eine ähnliche Lebenssituation, in der sich gemeinsame Interessen und Erwartungen verstärkt auf das örtliche Umfeld konzentrieren in der Hoffnung, durch kindgerechtes Wohnumfeld, durch soziale Netze und Nachbarschaften Entlastung und Unterstützung in dieser Lebensphase zu erreichen. Die umfangreichen Beteiligungsformen der Familien (Arbeitsgruppen, Vollversammlungen, Sprecherrat) und Möglichkeiten zur Selbsthilfe förderten die Identifikation und den Zusammenhalt der Gruppe und trugen wesentlich zum Gelingen einer funktionierenden Hausbaugemeinschaft bei.
6. Projektförderer Als Projektförderer unterstützen folgende Ministerien und Einrichtungen dankenswerterweise das Projekt - Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie - Bayerisches Staatsministierium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit - Bayerisches Staatsministerium des Inneren, Oberste Baubehörde - Überlandwerk Unterfranken AG....
Nähere Informationen Familienbund der Katholiken Diözesanverband Würzburg Artur Eisenacher Kürschnerhof 2 97070 Würzburg Telefon 0931/38665221, Telefax 0931/38665221 E-Mail fdk@bistum-wuerzburg.de
|