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Bundestagsabgeordneter Paul Lehrieder (CSU) beim Clubgespräch des Familienbundes
Familien zeigen, dass sie willkommen sind
Die Ankündigung von Familienministerin Kristina Köhler, alle familienpolitischen
Leistungen auf den Prüfstand zu stellen, bot Michael Kroschewski eine hervorragende
„Steilvorlage“ im Clubgespräch mit MdB Paul Lehrieder (CSU) am Mittwoch im
Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg.
Beim Clubgespräch beschäftigten sich Vorsitzender Michael Kroschewski, Vorstandsmitglied Gerlinde Martin und MdB Paul Lehrieder mit der Bedeutung der Familie in Gesellschaft und Politik.

„Nach welchem Ziel bemisst sich die Effizienz der Familienförderung? Ist die Zielsetzung, die Kinderfreundlichkeit oder die Wirtschaftsfreundlichkeit?“, erkundigte sich der Vorsitzende des Familienbundes der Katholiken im Bistum Würzburg beim Bundestagsabgeordneten aus Gaukönigshofen. Das Elterngeld bezeichnete Kroschewski in diesem Zusammenhang als „offenbar gescheitert.“ „Das Geld allein gibt für die Menschen nicht den Ausschlag, Kinder zu bekommen“, bestätigte auch Lehrieder und betonte: „Damit mehr Kinder geboren werden, müssen wir noch viel mehr tun um Eltern und Kindern zu zeigen, dass sie willkommen sind.“
Er habe das Gefühl, dass die Bundesregierung nicht so recht wisse, ob sie die Familien fördern oder die Frauen möglichst schnell wieder in die Arbeitswelt eingliedern möchte, gab Kroschewski zu bedenken. „Die Familien- von der Wirtschaftspolitik sauber zu trennen scheint mir nicht so gelungen.“ Einig waren sich Lehrieder und Kroschewski über die Kontraproduktivität der „unsäglichen Gutscheindiskussionen“.
Erhard Scholl brachte das Thema Kindertagesstätten versus Familienerziehung vor. „Das darf man nicht gegeneinander ausspielen, denn es kommt auf die Qualität der Bindung in der Familie an“, betonte der Diplom Theologe und Diplom Psychologe. „Hier stellt sich die Frage, wie kann häusliche Erziehung honoriert werden“, erklärte Lehrieder, „und wie können sich die Kindererziehungszeiten, die die Frauen tragen, auch in der Rente niederschlagen.“ Dabei sieht der 50-Jährige weiterhin Nachholbedarf.
Für den FDK ist die Grundlage eines funktionierenden Familienlebens – durch Forschungsergebnisse bewiesen – eine stabile Partnerschaft. „Für uns ist das ein wichtiges Element der Familienförderung“, betonte Kroschewski mit Blick auf die vom FDK angebotenen Gesprächstrainingskurse für Paare. Hier lobte er Würzburg-Land, der als einziger Landkreis Unterfrankens die Familienförderung des FDK unterstütze – aber die Gesprächstrainings (noch) nicht als Familienbildung anerkenne. Demgegenüber laufe im Landkreis Aschaffenburg ein Pilotprojekt, in dem zwei Gemeinden „ihren“ Brautleuten das Kommunikationstraining EPL anböten und förderten. „Aus unserer Sicht muss sich diese Unterstützung nicht nur auf die beiden Landkreise beschränken“, sagte Kroschewski.

Veröffentlicht: 05.02.2010 Alexandra Dreide