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FDK-Podiumsdiskussion "Wird Familie von der Arbeitswelt ausgebremst?"

Sinkende Geburtenzahlen und stetig älter werdende Mütter, dabei immer mehr befristete Arbeitsverhältnisse, wodurch die (meist weiblichen) Beschäftigten wiederum niedrigere Renten erwirtschaften. Welchen Einfluss nimmt die Arbeitswelt auf Familien – bremst sie womöglich aus? Diesen Fragen wollte der Familienbund der Katholiken (fdk) der Diözese Würzburg nachgehen und lud vergangenen Freitag zum alljährlichen „Schlossgespräch“ ein.

Obwohl die Podiumsdiskussion diesmal nicht wie gewohnt auf Schloss Hallburg stattfand, das nach dem Großbrand an Pfingsten vergangenen Jahres noch nicht fertig renoviert ist, nahmen zwischen 50 und 60 Gäste in der Mainschleifen-Vinothek in Volkach an der interessanten Diskussion teil.

Mithilfe von fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen sorgte Dr. Christian Hohendanner vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zunächst für einen guten Überblick über den aktuellen Trend junger Erwachsener bezüglich Karriere und Kinderwunsch: „Es ist ungünstig, wenn die Familienplanung und der Start ins Berufsleben zeitgleich stattfinden“, fasste er zusammen. „Unsere Zahlen zeigen nicht nur, dass Kinderlosigkeit zunimmt, sondern dass immer weniger Akademikerinnen Kinder bekommen und Mütter immer älter werden.“ Allerdings stünden Selbstverwirklichung, persönliche Freiheiten und Emanzipation bei den wenigsten an erster Stelle. „Die meisten jungen Erwachsenen möchten Kinder haben und eine Familie gründen. Lediglich etwa 10 Prozent sprechen sich dagegen aus.“ Laut Dr. Hohendanner stünden vielmehr Wirtschaft und Politik den jungen Erwachsenen im Weg: Teure, teils mangelhafte Kinderbetreuungsmöglichkeiten, wenige flexible Arbeitszeitmodelle (wie Home-Office als Arbeitsmöglichkeit für junge Mütter) und mehr befristete Arbeitsverhältnisse (vor allem in den „typischen“ Frauenberufen, beispielsweise in den Bereichen Verwaltung oder Wissenschaft). „Es ist leider so, dass befristete Arbeitsverhältnisse verlässliche Planungen unmöglich machen, junge Menschen dadurch verunsichert sind und nicht in die Zukunft planen möchten und können.“ Kinderlose Akademiker bekämen somit die besseren Perspektiven vom Arbeitgeber - weshalb sich wiederum geringfügig Beschäftigte eher für eine Familiengründung entscheiden. Anders gesagt: Karriere und Kind – unmöglich, man kann ja nicht alles haben.

Mit der Frage, wie Wirtschaft und Politik jungen Erwachsenen konkret unterstützen können, anstatt Erwerbsarbeit und Familie zu behindern, eröffnete Moderator Claus Schreiner die Diskussion: Die Podiumsgäste Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Frank Firsching, Regionsgeschäftsführer DGB Unterfranken, Jörg Schanow, Mitglied der Geschäftsleitung Personal und Recht bei der Knauf Gips KG sowie Gerlinde Martin als Landesvorsitzende FDK Bayern und Michael Kroschewski als Vorsitzender der FDK Würzburg hatten dabei unterschiedliche Meinungen, Ansätze und Vorschläge.

Jens Spahn erzählte von den Plänen seiner Partei (CDU), für bessere Betreuungsangebote für junge Eltern bereits während des Studiums sorgen zu wollen. Ein weiterer Ansatzpunkt wären für ihn weniger befristete Arbeitsverhältnisse, aber auch eine Veränderung innerhalb der Gesellschaft: „Eine allgemein kinderfreundlichere Atmosphäre, eine größere Akzeptanz für Familien würde einiges erleichtern“, fasste der Staatssekretär zusammen.
DGB-Regionsgeschäftsführer Frank Firsching forderte hingegen von Seiten der Politik bessere Tarifverträge für Beschäftigte im öffentlichen Dienst und Wissenschaft. Darüber hinaus erschwerten bestimmte Arbeitszeitmodelle wie die Schichtarbeit einen gut funktionierenden Familienalltag. Es könne nicht sein, dass sich die Menschen und deren Alltag, ja deren Leben sich nach der Arbeit richten müsse. „Arbeit muss sich stärker nach dem Leben richten“, sagte Firsching. Ein Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft, die individuell auf die Bedürfnisse der Beschäftigten eingehen, sei seiner Meinung nach unumgänglich.

Als Mitglied der Geschäftsleitung Personal und Recht der Knauf Gips KG konnte Jörg Schanow konkrete Beispiele für arbeitnehmerfreundliche Konzepte seiner Firma nennen. Flexible Arbeitszeitmodelle, größtenteils gesicherte Kinderbetreuungsplätze durch Kooperationen mit der Kommune, aber auch Unterstützung der (Ehe-) Partner seiner Angestellten: „Wenn der Partner ebenfalls eine Beschäftigung in der Region findet, können wir eher davon ausgehen, dass unsere Arbeitnehmer langfristig bei uns beschäftigt sein wollen.“ Denn ein Problem sah Schanow in der sogenannten Landflucht. Großstädte wie München hätten nicht nur eine bessere Infrastruktur, sondern schlichtweg auch eine größere Auswahl an attraktiven Arbeitsplätzen, die Fachkräfte aus der Region anziehen würden.

Bei allen Vorschlägen, konkreten Ansätzen und Ideen, die von den Podiumsgästen aus den Bereichen Politik und Wirtschaft angesprochen wurden, konnte abschließend FDK-Vorsitzender Michael Kroschewski, selbst Vater von vier Kindern, ein mindestens genauso wichtiges Ziel ansprechen: „Es wäre wünschenswert, dass wir bei all den Debatten nicht vergessen, den Spaß an Familie zu transportieren.“ Genauso wichtig sei es, die elterliche Erziehungsleistung zu würdigen. Gleichzeitig könne es nicht sein, dass sich insbesondere Frauen dafür rechtfertigen müssen, dass sie sowohl Karriere machen als auch eine Familie gründen möchten. Eltern, die sich entscheiden, die Betreuung ihrer Kinder selbst zu übernehmen und dafür auf Erwerbsarbeit verzichten, bräuchten realistische und unterstützende staatliche Angebote, um diese Entscheidung realisieren zu können. „Nur so wird die elterliche Erziehungsleistung vom Staat und Gesellschaft gewürdigt, nur so können wir langfristig unsere sozialen Sicherungssysteme erhalten!“

Fazit: Politik und Wirtschaft können sicher nicht zaubern – aber verlässliche Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Wertschätzung für Familien müssen für alle oberstes Ziel sein – an konkreten Ideen war zumindest an diesem Abend kein Mangel.
Weitere Informationen zu den kommenden Terminen und den aktuellen Themen rund um aktive Familienpolitik des FDK Würzburg finden sich unter www.familienbund-wuerzburg.de.

(Andrea Bala)

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